Buchhandlung Machwirth und Volksbank küren das Super-Bilderbuch

Artikel aus der Allgemeinen Zeitung von Jan Haugner vom 27.10.2017

ALZEY - Eine spannende Auszählung und bessere Stimmung als auf jeder anderen Wahlparty. Wer an Politiker im feinen Zwirn mit Sekt in der Hand denkt, liegt falsch. Denn tatsächlich drehte sich bei der Wahl im Volksbankgebäude alles um Bücher.

Begeisterung für Literatur wecken

Zum zweiten Mal nach 2014 veranstalteten die Buchhandlung Machwirth und die Volksbank den Wettbewerb „Alzey sucht das Super-Bilderbuch“. Ziel der Aktion ist es, bei Kindergartenkindern die Begeisterung für Bücher zu wecken. Zu diesem Zweck begaben sich seit März sechs Kinderbücher auf die Reise durch neun Kitas in Alzey, Mauchenheim, Weinheim und Heimersheim.

„Die Erzieher haben die Bücher mit den Kindern durchgearbeitet und nach verschiedenen Kriterien bewertet“, erzählt Co-Initiatorin Ute Dörner. Unter anderem wurden die Aufmerksamkeit der Kinder beim Lesen, die Einprägsamkeit und die Qualität der Illustrationen von den Erziehern bewertet.

Fürs Finale hatten sich drei der Leseanfänger-Lektüren qualifiziert. In „Munkeln im Dunkeln“ veranstalten Hase Hermine, Bär Baldo und Regenwurm Ringo eine Pyjama-Party. Während der Party werden die Gäste von seltsamen Schatten verängstigt.

Weniger gruselig geht es in „Wieder beste Freunde“ zu; Bär Schimansky und Waschbär Mats sind zerstritten und können erst durch eine Reihe abweichender Nachrichten, im Stile des Spiels „Stille Post“, versöhnt werden.

„Ein Zebra als Ehrengast“ komplettierte das Finaltrio. In Steve Smallmans Bilderbuch versucht der Löwe alias „der König der Savanne“ das Zebra zu überlisten, um es zu fressen. Dank zahlreicher Zufälle und den Freunden des Zebras scheitert er letztlich aber grandios.

Nachdem Susanne Arnold vom Buchgeschäft Machwirth die Finalisten mit viel Engagement nochmals vorgetragen hatte, ging es für die 52 anwesenden Kita-Besucher darum ihren Favoriten zu wählen. Zu Beginn der Auszählung zeigte sich schnell, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen „Ein Zebra als Ehrengast“ und „Munkeln im Dunkeln“ werden würde. Das Schauerbuch von Daniela Kulot konnte schnell einen großen Vorsprung auf die Verfolger aufbauen. Wer der Sieger würde, war spätestens klar, als rund die Hälfte der Kinder jede einzelne Stimme für das Zebra frenetisch bejubelte. Am Ende konnte sich der Publikumsliebling mit 25 zu 18 zu 7 Stimmen durchsetzen. Mit starken 48 Prozent wurde der Savannen-Spaß zum Super-Bilderbuch gewählt.

Nachdem sich die begeisterten Gäste verabschiedet hatten, konnten die Organisatorinnen Ute Dörner und Susanne Arnold gelassen bilanzieren. „Es war wieder wie 2014 ein tolles Event“, sagte Susanne Arnold begeistert. Auch Ute Dörner zeigte sich erfreut: „Ich bin froh, dass „Munkeln im Dunkeln“ immerhin auf Platz zwei gelandet ist, denn es hat mehr Text und ist anspruchsvoller, als die Mitkonkurrenten.“

Die Aktion sei besonders wichtig, da sich die durchschnittliche Mundmotorik und das Textverständnis von Kindergartenkindern verschlechterten, so die Buchexpertinnen. In drei Jahren soll die erfolgreiche Aktion wieder anlaufen, dann erhofft man sich wieder viel kindliche Begeisterung für Einstiegsliteratur.

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